Dienstag, 29. Oktober 2013

Ein Tag im Wind.



ihr nennt es bodden. ich nenne es meer.
aber es ist nur wasser.
ihr schlendert durch die straßen. ich renne gegen die wand.
über eure kleinen berge.
die keine sind.
sage ich.
ihr kehrt auf halber strecke um. ich suche wege.
ein zaun ist kein hindernis.
wenn man ihn sieht.
wie ich.
 ich vermisse euch.
ich vermisse.
dich.
M.

Die rechte Seite des Rycks. Durch die Baustelle hindurch und am verbotenen Zaun vorbeigeschlängelt.

Krotkajas Feather.

Links vom Ryck auf einer Bank im Sturm mit wehenden Haaren.

Die Flaschenpost.

Flauschige Gräser.

Hier landete die Flaschenpost. Fernab von neugierigen Augen und umgeben von netten Möwen, Enten und anderen ulkigen Gestalten.

Der "Bodden".

Die Mauer direkt am Wasser, die von den vielen Meeresungeheuern sicher nicht überwunden werden kann.

Und dann: Auf den Spuren Caspar David Friedrichs. Ich war tatsächlich dort. Häkchen dran.

Und am Ende im Herbstlaub eine Zigarette.



Es war sehr schön.
Mit euch wäre es exorbitant gewesen.


Dienstag, 1. Oktober 2013

Leise schleicht die Wehmut - vier Jahre Erfurt

 "In meinem Kopf lebt zwar das Bild von einem rosigen Himmel und von einem grünen, blütenreichen Garten Eden, aber ich weiß sehr genau, daß meine Füße einen steinigen Pfad beschreiten müssen und sich rings um mich drohende, dunkle Gewitterwolken ballen, denen ich nicht ausweichen darf." 
[Charlotte Bronte - Jane Eyre]
 Als ich am 20.01.2010 diese Zeilen in meinem Tagebuch zitierte, hätte ich eigentlich in meiner jugendlichen Kücken-wird-flügge-Naivität nicht damit gerechnet, dass nochmal alles gut wird. Erfurt hat es mir anfangs sehr schwer gemacht - vor allem durch seine eigenartigen Bewohner...


Aber war die Zeit hier nicht wundervoll?

Was haben wir alles erlebt...

Unzählige Stunden unter der Brücke, ulkige WATA-Spiele, brennende Mülltonnen und scheppernde Steine auf Autos, gruselige Filmwochen, ausgiebige Kneipentouren, sonnige Tage im Stadtpark, verrauchte Nächte in der Küche, krasse Konzerte und geniale Opernbesuche, durchgepeitschte Straßenbahnfahrten (am EGAPARK entlang xD), köstliche Spezialitäten aus anderen Zeiten und Ländern, nächtliche Schreckmomente mit Francois Dulac, oh ... Monsieur Dulac <3, Salami in New-Yorker-Tüten, verschollene Tassen, helfende Selbsthilfegruppen, Eier-Action, Paranoia durch sinnlos angebrannte Zigaretten oder vergessene Glätteisen, Lady-Gaga-Ohrwürmer und sooo vieles mehr...

Und dann waren da am Ende noch die wunderschönen Abende bei F. und S.
(Warum haben wir uns nicht schon vor vier Jahren kennengelernt? Sooo viel Zeit brauchen wir noch!)

 Ach, du lästige Wehmut ... momentan brauche ich mehr Mut als Weh ...